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Transition, Transi-schön –
Wie Wandel Spaß machen kann



Es tut sich was im Nachhaltigkeitsbereich. Freudige Visionen, gemeinschaftliche Aktionen, fröhliche Parties und Aufbruchsstimmung verbreiten sich. Aufbruch wohin? In die Energiewende.

Die Rede ist von den Transition Towns. Das ist ein Konzept und eine Vision zugleich. Jeder kann daran teilhaben und sich von fertigen Methoden inspiriert frisch ans Werk machen. Wer für eine rundum nachhaltige Lebensweise zu begeistern ist und dafür schon jetzt seine Beteiligung in eine Bewegung einfließen lassen möchte, die Klimawandel und Peak-Oil ohne Angst begegnen will, findet dort Gleichgesinnte. Gemeinschaft wird hier groß geschrieben.

Die Idee der Transition Town stammt von Rob Hopkins, einem Permakulturlehrer aus Großbritannien. Er hat sie 2006 ins Leben gerufen und sein Prototyp war eine kleine Stadt namens Totnes (in der übrigens auch das Schumacher College, eine renommierte Fortbildungsstätte zum Thema nachhaltiges Leben, zu finden ist). Sein Vorhaben, für Totnes einen Energiewendeplan zu entwickeln, inspirierte im Laufe der Zeit über 323 Gemeinden und Städte weltweit und ließ die Bewegung bis nach Deutschland gelangen. Neben den offiziellen Transition Towns Kreuzberg-Friedrichshain, Bielefeld und Witzenhausen entstehen immer mehr noch nicht offiziell registrierte Städte des Wandels. Alt-Bundespräsident Horst Köhler erwähnte die deutschen Transition Towns schon als Beispiel einer lobenswerten Bürgerbewegung auf dem Internationalen Verkehrsforum 2010.

Rob Hopkins verspürte irgendwann einen immer stärker werdenden Impuls, der anhaltenden Zerstörung der Erde auf seine Art und in seiner direkten Umgebung entgegen zu wirken, streng nach der Devise „schon mal anfangen, während andere noch überlegen“. Als Basis bediente er sich dafür beim Wissen der Permakultur, die dafür tatsächlich bestens geeignet ist. Techniken und Elemente, die bisher vor allem in Ökodörfern angewandt wurden, werden nun an den Bedarf ganzer Städte angepasst. Es geht knapp gesagt um geschlossene regionale Stoffkreisläufe von Waren, Geld und Ressourcen. Und dabei nimmt Optimismus und eine Prise Spaß auch seinen Raum ein. Eine zentrales Anliegen dabei ist, die Gesellschaft widerstandsfähig (resilient) zu machen, um trotz Ölknappheit und Klimawandel eine hohe Lebensqualität zu erreichen.

Warum soll „Peak Oil“, das weltweite Ölfördermaximum, überhaupt relevant sein? Ganz einfach: Öl ist der Schmierstoff unserer derzeitigen Wirtschaft.Vom Öl abhängig ist nicht nur unser ganzer nützliche oder unnützliche Individualverkehr, sondern vor allem für Warentransporte zu Land, zu Wasser und in der Luft, zum Säen, Düngen, Spritzen und Ernten unserer Lebensmittel, zur Produktion von Kunststoffen und Medikamenten. Nur eine Zahl zur Illustration: In jedem Autoreifen stecken rund 20 Liter Rohöl. Eine globalisierte Wirtschaft ohne Öl ist nur schwer denkbar. Ist der Peak, das Fördermaximum, einmal überschritten, werden sich die Preise drastisch erhöhen, denn der Bedarf ist immer noch da, vor allem aus Fernost.

Eine regionalisierte Wirtschaft könnte auch mit weniger Öl gut auskommen. Kuba etwa wurde durch den Zusammenbruch der UdSSR zum Abschied vom Öl gezwungen und hat es nach einigen harten Jahren doch geschafft sich wieder aufzurappeln, nämlich zum größten Teil mit lokalen Kreisläufen. Genau das ist der Weg, den auch die Transition Town Initiativen gehen möchten, nur nicht so schnell und gezwungen sondern mit Bedacht und Freude.

Fang doch an und zeig auch in deiner Stadt den Film „In Transition 1.0“ und suche Menschen für das Kernteam zusammen. Als Anknüpfungspunkt gibt es vom 19.-21. November die erste große deutsche Transition Town Konferenz in Hannover, bei der viele Visionen gemeinsam erstellt werden und man interessante Menschen mit ähnlichen Gedanken treffen kann.

Sebastian Becker

Vita: Sebastian Becker; Jahrgang 1979; Diplom-Biologe und Weltretter; arbeitet zur Zeit an verschiedenen Projekten aktiv mit, um ökologischen und sozialen nachhaltigen Wandel in der Gesellschaft zu fördern (z.B. beim ThinkCamp, bei der Socialbar Hamburg/Hannover und der Transition Town Göttingen).




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