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Nachhaltigkeit

Konzepte, Klimaschutzziele des Kyoto-Protokolls, System handelbarer Emissionsrechte

Masterarbeit


Die Aktivität der Weltwirtschaft hat ein Ausmaß angenommen, welches es nicht mehr erlaubt, nationalstaatliche Umweltpolitiken isoliert zu betreiben. Weltweit werden Mengen an Emissionen schädlicher Substanzen freigesetzt, die die Ozonschicht zerstören oder das Klima nachhaltig zu verändern drohen, so dass die elementaren lebenserhaltenden Funktionen der Umwelt der Erde gefährdet sind. Um das Ausmaß der menschlichen Aktivität zu verstehen, wird in der umweltökonomischen Literatur darauf hingewiesen, dass bereits über 40% der Nettoprimärproduktion der Erde an Biomasse direktem oder indirektem Zugriff des Menschen unterliegt. Es wird erwartet, dass sich dieser Anteil noch innerhalb des 21. Jahrhunderts verzweifachen wird. Zwar ist die das Weltwirtschaftswachstum einerseits erfreulich, andererseits ist auch der weltweite Verbrauch erneuerbarer sowie nicht-erneuerbarer Ressourcen soweit gestiegen, dass der Brundtlandbericht von 1987, der dieses Problem untersuchte, einen drastischen Wohlfahrtseinbruch durch zur Neige gehende Ressourcen prognostizierte.

Aber nicht nur die Intensität der Schadstoffeinwirkungen ist gestiegen. Treibhausgase, die heute in die Atmosphäre gelangen, wie das hauptsächlich durch Kohlekraftwerke freigesetzte Kohlenstoffdioxid, können weit über hundert Jahre auf die globale Temperatur wirken. Damit werden die globalen Emissionen neben dem Verbrauch an Rohstoffen auch zu einem Problem der intergenerativen Gerechtigkeit. In der Forstwirtschaft gilt seit Hunderten von Jahren die Regel, man solle nur soviel Holz schlagen, wie es der Wald „verkraften“ kann. Heute würde man von nachhaltiger Forstwirtschaft sprechen, die Regel müsste präziser lauten: Schlage nur soviel Holz, dass der Bestand langfristig gesichert ist. Der Begriff der Nachhaltigkeit bezieht sich mittlerweile nicht nur auf einzelne Wirtschaftszweige, sondern auf die Wirtschaftstätigkeit als Ganzes sowie die Nachhaltigkeit in der Ökologie und die Nachhaltigkeit der gesellschaftlichen Entwicklung. Man spricht auch von den drei Dimensionen der Nachhaltigkeit.

Die folgenden Ausführungen werden sich auf die ökonomische und die ökologische Dimension, dem klassischen Zielkonflikt, konzentrieren. Obwohl der sozialen Dimension eine wichtige Rolle zukommt, findet sie in der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur kaum Beachtung. Nachhaltigkeit, bzw. nachhaltige Entwicklung, sind Übersetzungen der englischen Begriffe „sustainable development“, zuerst verwendet im Brundtland-Report von 1987 (Grenzen des Wachstums).

Nachhaltig, so der Report, ist eine Entwicklung dann, wenn die heutigen Bedürfnisse befriedigt werden, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse befriedigen zu können. Im Zentrum des Brundtland-Reports stand die Voraussage eines drastischen Wohlfahrtseinbruchs, ausgelöst durch die Erschöpfung der Ressourcen und ungehemmtes Bevölkerungswachstum. Mittlerweile wurde nachhaltige Entwicklung weit über hundert Mal definiert und im Grunde gibt es mehr Definitionen als Interpreten. Üblicherweise lauten sie: dauerhaft umweltgerechte Entwicklung, zukunftsverträgliche Entwicklung, ökologisch dauerhafte Entwicklung oder zukunftsfähige Entwicklung. Allen Definitionen gemein sind die zeitliche Dimension, auf die Bezug genommen wird, sowie die zentrale Rolle der Natur aufgrund ihrer lebensspendenden Funktionen. Die räumliche Dimension von Nachhaltigkeit kann, je nach Zielsetzung, lokal, regional oder global sein.

Da solche allgemeinen Definitionen nur wenig aussagekräftig, höchstens zweckmäßig sein können, sollte eine Auseinandersetzung mit dem Thema Nachhaltigkeit bei der Operationalisierung konkreter Regeln zur Umsetzung beginnen. Die theoretische Ebene des Nachhaltigkeitsdiskurses hat dabei ein beachtliches Niveau erhalten und setzt sich unter anderem mit den Möglichkeiten auseinander, wie ein unendlicher Strom von Gütern gewährleistet werden kann, obwohl die Erdressourcen zweifellos endlich sind. Zwei Hauptströmungen dominieren bislang die wirtschaftswissenschaftliche Literatur: die schwache Nachhaltigkeit der Neoklassik und die starke Nachhaltigkeit der Ökologischen Ökonomik. Beide werden neben der Neuen Umweltökonomik in der Arbeit dargestellt. Um diesen Problemen zu begegnen, wurden Nachhaltigkeitskonzepte entwickelt, die in der Lage sein sollen, sowohl das Problem endlicher Ressourcen als auch das Problem globaler (negativer) Externalitäten zu lösen.

Diese Konzepte werden in Abschnitt 2.2 in ihrer theoretischen Fundierung dargestellt. Da Umweltprobleme im Kern Koordinations- bzw. Kooperationsprobleme sind, ist eine Steuerung globaler Schadstoffe und des globalen Ressourcenverbrauchs bislang, aufgrund fehlender Institutionen, nur durch internationale Umweltverträge realisierbar. Die Reduzierung der Treibhausgase ist durch das am 16. Februar 2005 in Kraft getretene Kyoto-Protokoll von 1997 geregelt.

In Abschnitt 3 werden die Ziele des Protokolls anhand der Nachhaltigkeitskonzepte und der Empfehlung des WBGU hinsichtlich nachhaltiger Emissionspfade analysiert und bewertet. Die auf politischer Ebene bislang wichtigsten Beiträge zur Nachhaltigkeit sind die seit der Konferenz von Rio 1992 im Abstand von einigen Jahren abgehaltenen Konferenzen der internationalen Gemeinschaft zur Nachhaltigkeit. Die Agenda 21 ist das daraus entstandene Leitbild für das 21. Jahrhundert mit dem Ziel, eine globale nachhaltige Entwicklung zu erreichen.

Das derzeit wichtigste internationale Umweltabkommen ist das Protokoll von Kyoto zum Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen, welches in den Abschnitten 3.4 und 3.5 anhand der hier vorgestellten Nachhaltigkeitskonzepte analysiert und bewertet wird. In Abschnitt 4 wird ein System handelbarer Emissionsrechte analysiert und einer Nachhaltigkeitsbewertung unterzogen.

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